Ergebnis des Städtebaulichen Realisierungswettbewerbs "Speditionstraße"


4.   P r e i s 

DM 18.000 / EURO 9.108

Arbeit: 1829
Architekten

Architekten Petzinka, Pink & Partner 
Cecilienallee 17
40474 Düsseldorf

Mitarbeiter/-innen: Florian Baier, Kristina Wittig 
Stadtplaner: Professor Thomas Sieverts
Gebäudetechnik: Frank Hülsmeier
Verkehr: Professor Manfred Boltze, Daniel Friedrich
 
 
 

Beurteilung des Preisgerichtes:

Die Arbeit entwickelt ein sehr schlüssiges sädtebauliches Konzept über das eigentliche Plangebiet hinaus bis zum Hafenbecken B . Darin liegt die besondere Qualität dieses Beitrages. Der Wettbewerbsbeitrag Speditionstraße bleibt unverständlich, wenn nicht das Gesamtgebiet betrachtet wird. Die 'kontrastierenden Charaktere' der drei unterschiedlichen Hafenkais mit dem neuen Hafenplatz als stadträumliches Herz des gesamten Hafen-Stadtteils, die klassischen Blöcke des Quartiers im Norden und die Lage des neuen S-Bahnhof mit Parkhaus ergeben eine sinnfällige, vielfältige und dennoch robuste städtebauliche Struktur geprägt wird. Konsequenterweise erscheint der erste Bauabschnitt dieses Konzeptes, der eigentliche Wettbewerbsbereich der Speditionstraße, für sich genommen halbfertig und bleibt ohne markante Struktur der öffentlichen Räume, da der identitätsstiftende Hafenplatz erst perspektivisch entstehen wird. Das Tor am westlichen Ende der Franziusstraße führt ins Nichts. Dagegen überzeugt die grüne Hafenspitze als freiraumplanerisches Leitmotiv. Die Bautypologie entlang der Speditionstraße erlaubt die geforderte Durchlässigkeit zum Wasser, ermöglicht vielfältiges und individuelles Bauen und formuliert im Rhythmus seiner 'schlanken Türme' ein prägnantes, städtebauliches Thema, das dem Quartier ein Gesicht gibt. Die Speditionstraße erhält eine signifikante Silhouette, mit dezent-prominenter Endbetonung. Kritisch gesehen werden die angebotenen Parkmöglichkeiten am Ende. Zwar entsteht so Öffentlichkeit aber auch belastender Parksuchverkehr. Die angedachten Freiraumqualitäten werden dadurch erheblich gemindert. Das Wohnen wird vorrangig im nördlichen Bereich vorgesehen. Ein höherer Anteil spezieller Wohnnutzung wäre jedoch auch auf der Mole wünschenswert, um ein lebendiges Quartier entstehen zu lassen. Der Verlauf der neuen Hafenstraße nördlich der S-Bahntrasse ist schlüssig, erfordert jedoch einen kostenintensiven Umbau des Bereiches 'Plockstraße' (Straßenbahntrassen-Niveau). Die Dichte im Wettbewerbsgebiet liegt im mittleren Bereich. Insgesamt ist der Entwurf als Vision einer langfristigen Entwicklung ein sehr souveräner Beitrag von hoher städtebaulicher Qualität, hinter der die Überzeugungskraft des ersten Bausteins (Speditionstraße) als eigentliche Wettbewerbsaufgabe leider erheblich zurückbleibt.