Bergstraße 
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"Glück  ist der Zustand, in dem man keine Sehnsucht 
nach Veränderung hat."   Lutz Rathenow
 
Sehenswürdigkeiten Darmstadts
    Darmstadt liegt am Rande der Oberrheinebene an den Ausläufern des Odenwaldes im milden Klima des Oberrheingrabens. Die Stadt gilt als das Tor zum Odenwald - hier startet die Bergstrasse.

    Im Jahre 782 wird der Stadtteil Bessungen erstmals urkundlich erwähnt. 1330 erlangt Darmstadt die Stadtrechte und der Bau der Stadtmauer beginnt, von der bis heute wenige Teile bestehen. 1479 fällt Darmstadt durch Erbschaft an die Grafschaft Hessen und wird 1567 Residenz der Landgrafschaft
    Hessen-Darmstadt. Um 1900 galt die Stadt als ein Zentrum des Jugendstils. Im Krieg wurde rd. 80% des historischen Bauwerksbestandes zerstört, so dass heute nur noch wenige historische Gebäude den ehemaligen Glanz der Stadt vermuten lassen.

    Viele von Darmstadts Parks und Freizeitanlagen, der Große Woog, das Jagdschloß Kranichstein, die Rosenhöhe und das Jugendstiljuwel Mathildenhöhe, spiegeln noch seine Zeit als fürstliche Residenz. Mitten in der Stadt steht der Herrngarten schon seit 2 Jahrhunderten der Bevölkerung offen und ist besonders unter den  vielen Studenten der benachbarten Technischen Universität sehr beliebt. 

    Heute ist Darmstadt mit 136.000 Einwohnern auf 12235 ha nach einer Studie der EU einer der stärksten Wirtschaftsräume Europas und Regierungssitz einer der 3 Hessischen Regierungsbezirke.

    Im August 1997 wurde Darmstadt die Bezeichnung "Wissenschaftsstadt" vom Hessischen Ministerium des Inneren verliehen. Die Konzentration der Forschungseinrichtungen in Darmstadt ist ungewöhnlich hoch: Darmstadt ist Sitz des European Space Operations Control Centre (ESOC), der Organisation zur Steuerung und Auswertung der europäischen Wettersatelliten (EUMETSAT), der deutschen Gesellschaft für Schwerionenforschung, Forschungeeinrichtungen der Telekom, und seit 1877 der TU Darmstadt mit vielen angeschlossenen Forschungseinrichtungen. 
    Darüber hinaus hat sich Darmstadt in den letzen Jahrzehnten zu einem  der führenden Standorte für neue Technologien entwickelt und ist nun fast so etwas wie eine Software-Hauptstadt.   Neben T-Online, Software AG und MIS haben noch über 600 IT-Unternehmen ihren Sitz in Darmstadt. Aber auch die "Old Economy", u. a. vertreten durch Merck, Wella und Schenk ist sehr erfolgreich.
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Hochzeitsturm

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Eingangsportal Schloss

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St. Ludwig







 

Die Mathildenhöhe

    Der letzte Großherzog Ernst-Ludwig schuf hier die erste "Künstlerkolonie", der anfangs 7 Künstler angehörten. Nach ihren Vorstellungen entstanden ein Studio, Wohnhäuser und Ausstellungshallen, die mit ihren Einrichtungen einen Teil der ersten Jugendstil-Ausstellung "Ein Dokument deutscher Kunst" bildeten, die 1901 hier stattfand. Der 48m hohe Hochzeitsturm-ein Wahrzeichen Darmstadts-wurde von Prof. Olbrich, einem Jugenstil- Künstler, im Jahre 1905 erbaut. Das Bauwerk war ein Geschenk der Darmstädter Bürger zur Hochzeit Großherzogs Ernst-Ludwig und seiner Gemahlin Eleonore. Die Bekrönung des Turms, den 5 Fingern der Hand nachgebildet, entstand nach einem Gedanken des Großherzogs selbst. Im Platanenhain stehen Plastiken und Reliefs des Bildhauers Bernhard Hoetger, der ebenfalls Mitglied der Künstlerkolonie war. Seine Werke sollen die Grundidee des Jugendstils, die Verbindung von Mensch und Natur, zum Ausdruck bringen.
    Homepage Mathildenhöhe

 

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Mathildenhöhe

 

Die Russische Kapelle

    Die Russische Kapelle ist ein Fremdling zwischen den Jugendstil- Gebäuden auf der Mathildenhöhe. Sie wurde 1899 von dem russischen Prof. Benois erbaut und war ein Geschenk des russischen Zaren Nikolaus II. an seine Gemahlin Alexandra, eine Schwester des letzten Darmstädter Großherzogs Ernst-Ludwig. In reichem orientalischem Schmuck, mit goldenen Kuppeln, Mosaiken und Majoliken gehört sie zum typisch slawischen Kirchenbau.

 

 

Das Ludwigsmonument

    1844 wurde das Monument von Baumeister Georg Moller zu Ehren des Großherzogs Ludwig I. erbaut. Im Innern der 33 m hohen Sandstein- Säule führt eine Wendeltreppe zu der Plattform unterhalb der bronzenen Statue des Großherzogs, ein Werk von Schwanthaler. Ludwig I., ein großer Förderer von Kunst und Wissenschaft, hatte seinem Land die Selbstverwaltung gegeben. Auf der Vorderseite des Postaments befindet sich die Inschrift: Ludewig dem Ersten, sein dankbares Volk.

 

 

Das Schloss 

    An Stelle der alten Wasserburg enstand 1716-1727 das Barockschloß. Der französische Baumeister Remy de la Fosse nahm sich Versailles zum Vorbild, brachte allerdings nur einen Teil des Projektes zur Ausführung. Seit dem Wiederaufbau nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg befindet sich im Schloß neben dem Staatsarchiv auch die Landes-und Hochschulbibliothek, das Stadtarchiv sowie Fachbereiche der Technischen Hochschule.

 

 

Das Alte Rathaus

    Der Renaissance-Bau von 1599 war nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder in alter Form aufgebaut worden. Er beherbergt heute noch das Standesamt.

 

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Altes Rathaus

 

Das Alte Theater ( Mollerbau )

    Baumeister Georg Moller errichtete 1819 den klassizistischen Bau des "Großen Hauses", der bis zu seiner Beschädigung im Zweiten Weltkrieg das Darmstädter Theater beherbergte. Jetzt Hessisches Staatsarchiv.

 

 

Die Orangerie

    Sie wurde nach einem Entwurf von Remy de la Fosse, dem Erbauer des Schlosses, 1719 bis 1721 errichtet. Der Barockbau diente als Winterherberge für die Orangenbäume, die Landgraf Ernst-Ludwig aus Sardinien hatte kommen lassen. Den Sommer verbrachten die Bäume im gepflegten Orangeriegarten. Auch heute noch können dort alljährlich die südlichen Früchte bewundert werden. Das Gebäude beherbergt Tagungs-und Gesellschaftsräume.

 

 

Burgruine Frankenstein

    Die ehemals stattliche Burg befindet sich in 370 m Höhe auf
    dem nördlichen Ausläufer des  Langenbergs. Auf der  vorspringenden und gut zu verteidigenden Bergnase bauten die Herren Frankenstein ihre  Festung, die erstmals 948  urkundlich erwähnt wurde. 
    Vom Café-Restaurant in der Burg bietet sich ein schöner Fernblick über die Rhein-Main-Ebene bis hin zu  den Städten Worms, Oppenheim, Mainz und Frankfurt.  Alljährlich Ende Oktober/Anfang November spukt es auf  Burg Frankenstein.  "Halloween", eine professionelle Monstershow, zieht  Tausende in ihren Bann und lehrt sie das Gruseln. 
    Homepage Burg Frankenstein

 

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Das Jagdschloss Kranichstein

    Das Jagdschloss, erbaut Ende des 16. Jarhunderts, diente den Landgrafen als Unterkunft bei ihren zahlreichen Jagden und wurde später Sommerresidenz. Heute befindet sich dort ein Jagdmuseum mit einer großen Sammlung an Jagdwaffen und Jagdgeräten, Einrichtungsgegenständen aus der Zeit als Jagdschloss und Gemälden mit Jagddarstellungen.
    Homepage Jagdschloß Kranichstein
 

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Jagdschloss Kranichstein

 

Bergstraße allgemein

    Die Bergstraße ist nicht nur eine der schönsten, sie ist auch eine der ältesten Straßen Deutschlands. Schon im 2. Jahrhundert legten Römer die erste Trasse der "strata  montana" an und im späten 3. Jahrhundert führten sie den Weinbau ein, der durch das milde Klima begünstigt wurde. "Himmelslust", weich, warm, feuchtlich, man wird auch wie die Trauben reif und süß", schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe 1779 über die südlich anmutende Landschaft.  Die Hänge des Odenwalds bilden einen Schutzwall vor den kalten Nord- und Ostwinden und nirgendwo in Deutschland entfaltet der Frühling früher seine Blütenpracht als an der Bergstraße. 

    Die Bergstraße wird vor allem geprägt durch ihre historischen Fachwerkstädte wie Zwingenberg, Bensheim,  Heppenheim mit seinen Festspielen  oder Lorsch mit seiner karolingischen Königshalle (Weltkulturerbe), sowie die zahlreichen Burgruinen wie das Alsbacher oder Auerbacher Schloß.
    Homepage Schloss Auerbach


 

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Frühling


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Weinlagenwanderung
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Heppenheim

    Schon die Römer schätzten den Reiz der Heppenheimer Umgebung. Sie waren es auch, die die Kunst des  Weinbaus überlieferten und die ersten Weinstöcke pflanzten. Gerade deshalb ist Heppenheim nicht nur im Frühling,  wenn Mandel-, Pfirsich- und Aprikosenbäume um die Wette blühen, interessant. Nein, die Bergstraße hat  immer Saison. Besonders sehenswert sind die mittelalterlich anmutenden Gassen der Altstadt, der  historischen Marktplatz mit Rathaus, den Marienbrunnen und die Liebig-Apotheke.
    Von hier aus hat man auch einen guten Blick auf die 900 Jahre
    alte Starkenburg, die einer ganzen Region ihren Namen gibt.
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Marktplatz

 

Naturpark Bergstraße-Odenwald

    Die durch die Fülle ihrer frühzeitigen, südländisch anmutenden Blütenpracht bekannte Bergstraße und der sagenumwobene Odenwald - das  Jagdgebiet der Nibelungen - haben diesem Naturpark den Namen gegeben. 

    Der Naturpark Bergstraße-Odenwald liegt im Süden Hessens, umfaßt aber auch Teile des bayerischen Odenwaldes. Seine natürlichen Grenzen sind der Oberrheintalgraben im Westen, die Mainebene im Norden, Spessart und Bauland im Osten. Im Süden grenzt er an den Naturpark Neckartal-Odenwald. 

    Die frühesten Zeugen belegen, daß die Bergstraße und der Odenwald schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt waren. Bedeutend mehr  menschliche Spuren gibt es aus der jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit und der jüngeren Eiszeit. Aus diesen Epochen stammen zahlreiche Fliehburgen.
    Das einst von Kelten bewohnte Land geriet unter die Herrschaft der Römer. Die Bergstraße war als "Via strata montana" wichtiger Handelsweg in dieser Zeit. Aus der immerhin 200 Jahre währenden Besatzungszeit ist unter
    anderem der Limes übriggeblieben, ein Verteidigungswall, von dem sich im Naturpark Bergstraße-Odenwald noch die Teilstrecken Mümling-Limes und Limes-Germanicus-Hadriani finden. 

    Neben der eigentlichen Geschichte gibt es wohl kaum eine Landschaft, die durch Sage und Dichtung so verklärt ist wie der Odenwald. 
    Er war Jagdgebiet der Burgunder. Nach der Sage erschlug Hagen den Recken Siegfried im Odenwald.

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Blick auf die Starkenburg





















 

Apfelwein: Vom Bembel ins Gerippte

    Das „Stöffche“, wie das hessische Nationalgetränk auch genannt wird und wie es in der heutigen Zeit bekannt ist, hat eine bewegte Geschichte hinter sich:

     Bereits Karl der Große (747 – 814) bemühte sich auf deutschem Boden um eine sachgemäße Herstellung von Apfelwein. Um das Jahr 800 erklärte er in seiner Anweisung „capitular de villis“, dass „jeder Richter unter seinem diensttuenden Personal tüchtige Meister“ haben solle. Also „Eisen-, Silber- und Goldschmiede“ und „solche Leute, die berauschende Getränke, sei es Bier, Birnen-, Apfelwein und sonst zum Trinken geeignete Flüssigkeiten, bereiten können.“

     In Frankfurt wurde der Apfelwein erst um das Jahr 1500 zum Volksgetränk Nummer eins, als der Stadtrat wegen Rebkrankheiten und Schädlingsbefall die Neuanlage von Weinbergen verbot. Traubenwein musste von außerhalb bezogen werden und wurde zu teuer.

    Mitte des 18. Jahrhunderts war Apfelwein in Hessen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Allein in Frankfurt wurden bereits mehr als eine Millionen Liter „Stöffche“ verzapft.

    Während des Ersten Weltkrieges wurde das Keltern von Äpfeln verboten, das Obst sollte zu Konserven verarbeitet werden. Apfelweinlogen wurden gegründet, die dafür sorgten, dass weiterhin, wenn auch in kleinen Mengen, Äpfel zu Wein verarbeitet wurden.

     In der NS-Zeit war Apfelwein verpönt. Äpfel sollten gegessen oder im Sinne der „nationalsozialistischen Entwicklung“ zu Saft verarbeitet werden. Nach dem Krieg kam Apfelwein erst wieder Ende der siebziger Jahre in Mode. Seine Verbreitung blieb aber weitestgehend auf Hessen beschränkt. 1996 lag der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei durchschnittlich etwa 1,2 Litern, der entsprechende Wert für Hessen lag bei 13 Litern.

     Heute gibt es in Hessen etwa 70 größere gewerbliche Keltereien. Die Produktion wird auf etwa 70 Millionen Liter pro Jahr geschätzt. Ausgeschenkt wird der Apfelwein im sogenannten „Bembel“ – einem dickbäuchigen Keramikgefäß. Die üblichen Größen fassen einen bis zwölf Liter.

     Wie der Bembel zu seinem Namen kam, ist nicht geklärt. Einer Theorie nach leitet sich der Name von seiner dickbäuchigen Form ab, die entfernt an eine Bombe erinnert. Die Endsilbe „-el“ ist dabei eine Verniedlichung. Bembel würde somit „kleine Bombe“ heißen.

     Ein anderer Erklärungversuch leitet das Wort vom hessischen Verb „bambeln“ ab. Ein Gegenstand „bambelt“, wenn er an einer Schnur hin- und herschwingt. Dies taten die Trinkkrüge der Bauern, die mit ihren Pferdewagen aufs Feld oder auf den Markt fuhren. Eine dritte Variante führt auf das lateinische „pampinus“ (Rebe) zurück. Im 17. Jahrhundert nannten Studenten ihr Trinkgefäß „pampel“, daraus soll dann später der Bembel geworden sein.

     Auch die Herkunft der klassischen Glasform, dem „Gerippten“ mit seinem Rautenmuster, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Möglich ist, dass derbesondere Glasschliff den früher eher trüben Wein klarer und reiner erscheinen lassen sollte. Eine andere Begründung ist pragmatischer Natur: Früher wurde in einfachen Kreisen mit den Händen gegessen, die dann fettig wurden. Ein geripptes Glas war somit einfacher zu halten.

     „Trink Apfelwein täglich, keine Krankheit quält Dich“ – dieser alte Vers gilt bei maßvollem Konsum: Medizinisch gesehen hat Apfelwein eine verdauungsfördernde Wirkung und regt den Kreislauf sowie das Nervensystem an. Ein Viertelliter Apfelwein enthält nur knapp die Hälfte der Kalorien wie die entsprechende Menge Weißwein und nur gut zwei Drittel soviel wie die entsprechende Menge Bier. 

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